Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) definierte diesen Tatbestand 1998 folgendermaßen: „Wissenschaftliches Fehlverhalten liegt vor, wenn in einem wissenschafts- erheblichen Zusammenhang bewusst oder grob fahrlässig Falschangaben gemacht werden, geistiges Eigentum anderer verletzt oder sonstwie deren Forschungstätigkeit beeinträchtigt wird. Entscheidend sind jeweils die Umstände des Einzelfalles.“

Interessant ist das letzte der genannten Fehlverhalten: „… oder sonstwie deren Forschungstätigkeit beeinträchtigt […]“. Dieses „sonstwie“ erinnern die Büchse der Pandora, eine schier nicht enden wollende Flut materieller wie immaterieller Beeinträchtigungen will sich über die Wissenschaftswelt ergießen. Vielleicht macht diese Benennung von Fehlverhaltensweisen nicht deutlich genug klar, dass hi

ver auch Hochschullehrer gemeint sein können, deren unkollegialerundemokratischer Arbeitsstil die Atmosphäre an einem Institut vergiftete und Studenten in eine das Rückgrat verkrümmende Abhängigkeit trieb. So konnten zahlreiche ehemalige Nazis ihre ideo- logischen Bakterien nur deshalb verstreuen, weil ihr Antikommunismus noch größer war als ihre nationalsozialistische Gesinnung. Und Antikommunismus bildete lange Zeit das Gründungs- narrativ der West-Berliner Existenzwirklichkeit. Bei einem Antikommunisten dagegen schaute man nicht so genau hin. Das alles sei paranoid? Nein, alles selbst erlebt an der West-Berliner Vorzeige-Uni, der FU. Erinnert sei nur an den Fall des Japanologen Hans Eckardt. Viele wollten sein Verhalten als menschliche Schwäche exkulpieren und sahen kein Hindernis, ihn im Amt zu halten („… der werfe den ersten Stein!“). Sie begriffen nicht, dass es einen tiefen Zusammenhang zwischen derartigen Entgleisungen und der Entfaltung wissenschaftlicher Qualität gibt. Doch gerade die von Eckardt durch üble Nachrede, Denunziation, ja auch Mobbing betriebene Zerstörung sozialer Kultur hat in höchstem Maße auch zu einem Niedergang wissenschaftlichen Niveaus geführt. Es war nicht nur menschliches, sondern auch wissenschaftliches Fehlverhalten.