Wer? Ja: Wisława Szymborska. eine polnische Lyrikerin, Nobelpreisträgerim 1996. Und doch hier weitgehend unbekannt.
Solche Verse hat sie geschrieben. Sie tragen den Titel „Haß“: „Seht her, wie unentwegt wendig er ist, Wie gut er sich hält in unserem Jahrhundert, der Haß. Wie einfach er Hindernisse nimmt. Wie leicht es ihm fällt – aufzuspringen, loszuschlagen.“
[…]
„Zu neuer Mission ist er allzeit bereit. Wenn er warten muß, wartet er. Blind sei er, sagt man. Blind? Er hat ein Scharfschützenauge Und zielt verwegen in die Zukunft – er allein.“
Es ist hier nicht der Ort für Großzitate. Wer lesen kann, der lese! Zur schnellen, ersten Information im Netz: http://www.usakowska-wolff.com/wislawa1.htm oder – besser – in der von Karl Dedecius besorgten zweisprachigen Sammlung: „Hundert Gedichte – Hundert Freuden“ (Wydawnictwo Literackie, Kraków 1998, ISBN: 83-08-02690-7). Ihr entnommen ist auch die obige Kostprobe. Ebenso das am 12. April 2009 hier wiedergegebene Gedicht: „Katze in der leeren Wohnung“.
Wisława Szymborska starb am 1. Februar 2012.