Vor ein paar Tagen kam es in Berlin zu einem Warnstreik der Bodendienstleister an den Berliner Flughäfen. Heute folgt der „richtige Streik“. Es werden keine regulären Flüge in TXL oder SXF aufschlagen“, orakelten die Medien.

Die Angehörigen einer Generation entleihen ihre Wortbilder gern der aktuellen, ihnen vertrauten Sprache, die sich wiederum nur zu oft an den Fachsprachen „relevanter“, also angesagter Gebiete orientiert.

Ich weiss, wovon ich spreche, habe ich doch schon so manchen Kampf gegen meine renitent neumodischen Kinder verloren. Sei es um die Verwendung von Ellipsen wie: „Kann ich mal die Milch.?“ Oder: „Die hat ja voll die Haare an den Beinen“ (êntre nous Variante: „Die hat ja voll die Haare an die Beine.“)

Darüber habe ich schon häufiger Klage geführt. Auch das-Neuwort „aufschlagen“ hat in meinem Haus eine Heimstatt gefunden. „Ich bin neulich nach langer Zeit wieder mal in Berlin aufgeschlagen.“ Doch ist dieser Ausdruck hier auf alteingesessene Konkurrenz gestossen: “Landen“. Pikant wird die Sache allerdings dann, wenn es um Meldungen im Umfeld des Fliegens geht, so auch im Kontext eines Ausstandes des Bodenreinigungspersonals. Denn wer wollte schon freudig zur Kenntnis nehmen, dass wegen des Warnstreiks soundso viele Passagiere im Flughafen TXL „aufgeschlagen sind“? Auch wenn der Sachverhalt hier durchaus keineswegs unangemessen wiedergegeben wird: „abstürzen“ = eine sehr harte Variante des Landens + „hängen bleiben“ (also: sich nicht fortbewegen können“).

Wem das nicht genügt, der möge sich damit trösten: Zumindest hört sich „landen“ ziviler an. Weiter kommt man damit aber auch nicht.