Frau Merkel dankt dem scheidenden Papst für seine Arbeit. Und ich frage mich: Arbeitet ein Papst eigentlich? Ich behaupte: nein! Denn wer arbeitet, hat auch jemanden, der ihm die Aktentasche in die Hand drückt und hinterher ruft: „Und viel Spaß bei der Arbeit!“

Spaß bei der Arbeit? Als Papst? Also ich weiß nicht! Der muss den Männern erklären, warum sie nicht verhüten dürfen, aber auch nicht einfach nur zum Spaß rammeln sollen; dass andererseits Frauen eigentlich nur zum Kinderkriegen da sind, Armut eine wichtige Voraussetzung ist für den Zugang zum Himmel ist, dass das eigene Vermögen nach dem Tod gut bei der Kirche aufgehoben ist. Alles Dinge, die die Leute gar nicht gern hören, die aber irgend jemand aussprechen und anpacken muss (oder umgekehrt). Und das macht der Papst dann auf Arbeit.

Dagegen nun hat niemand etwas einzuwenden, jeder darf in unserem Land denken und sagen, was er will, sofern er sich im Rahmen des gesellschaftlichen Konsens bewegt, also die Gesetze einhält. Wenn Merkel dem Papst dafür dankt, klingt das ein wenig nach Chefgerede auf Feierstunden zum soundsovielten Dienstjubiläum eines Mitarbeiters, der sich vor Verdienstvolligkeit kaum noch auf den Beinen zu halten vermag.

Aber Gott als Mitarbeiter? Ist das für Frau Merkel nicht eine Nummer zu groß? Sie sollte vielleicht einmal einen Kurs belegen: „Wie rede ich mit Gott?“