Gerade heute streiken die Lokomotivführer wieder. Es ist schon der zweite mehrtätige Streik bei der Deutschen Bahn, bei dem es irritierender Weise nicht darum geht dass die streikende Seite mehr Geld vom Arbeitgeber erhält, sondern dass das nicht streikende Personal der DB auch das streikende hinsichtlich der Arbeitsbedingungen besser gestellt wird. Schon ziemlich sophisticated, dieser Eisenbahnerstreik. Aber immerhin, ein Stück gelebte Solidarität
Nur was machen die Lokführer mit dieser Steilvorlage? Nichts, genauer; sie streiken, lassen also keine Züge fahren, Wie reagieren die Passagiere? Mit Verständnis, solange der Streik nicht allzu lange dauert. Doch irgendwann wird es zu viel, die Stimmung kippt. Was nun?
Ist doch klar: Wenn eine Gewerkschaft verhindert, dass Züge fahren, hat sie diejenigen Nutzer, die auf die Bahn angewiesen sind, bald gegen sich. Also muss sie neue Wege gehen. Es geht doch darum, dem Arbeitgeber finanziellen Schaden anzudrohen bzw. zuzufügen, nicht aber dem Fahrgast.
Wenn kein Zug fährt, hat der Arbeitgeber den Schaden, der Fahrgast den Kollateralschaden. Damit kann die streikende Gewerkschaft offenbar leben. Aber wie lange?
Nein, damit kann und darf eine Gewerkschaft nicht zufrieden sein. Es gilt neue Streikformen zu finden.
Ich schlage vor, es doch einmal so zu versuchen: Die Bahner machen regulär Dienst, verkaufen aber die Fahrkarten nicht, sondern verschenken sie und befördern so die Fahrgäste kostenlos. Dann würde sich die Deutsche Bahn sehr wundern, der Fahrgast aber freuen.
Möglicherweise stehen dem rechtliche „Gehtniche“ entgegen, aber wozu hat man schließlich Juristen.