Kürzlich war Landtagswahl in Bremen, Rot und Grün haben ihren Vorsprung ausgebaut, Schwarz ist eingebrochen und Geld verschwunden.
Der CDU-Fraktionschef im Bundestag, Kauder, hatte eine Erklärung für dieses Debakel zur Hand: Der CDU mangele es an Großstadtkompetenz.
Das klingt nicht nur plausibel, sondern weckt unterschwellig auch noch Sympathien. Denn einer Partei, der es an Großstadtkompetenz mangelt, ist auch der Sumpf der Großstadt fremd, ihre Heimat ist das Dorf, jene unschuldige Zelle der Gesellschaft, nein: Gemeinschaft. Selbst hier noch versucht es die CDU reflexhaft, ihren Kompetenzmangel als Imageplus zu vermarkten.
Aber führen wir uns doch noch einmal vor Auge, von welcher Stadt die Rede ist: Von Bremen. Was hat dieses Bremen mit einer Großstadt zu tun? Sollte man den Einbruch der CDU nicht eher als Verlust der Herkunftsbastion begreifen? Als Vertreibung aus dem Paradies? Zugegeben, das Paradies war dort schon immer rot, doch nun vermag die Union nicht einmal mehr als Türsteher zu punkten. Drücken wir die Daumen, dass es in Saarbrücken nicht noch schlimmer kommt.
Doch was ist eigentlich „Großstadtkompetenz“?