Die Supermarktkette Kaiser`s hatte ein Problem: Sie hatte schicke, handliche und auf Rollen fahrende Einkaufswagen angeschafft, der mittels einer durch einen Teleskopmechanismus ausfahrbare Stange einen modischen Trolleycharakter erhielt.
Er hatte nur einen Fehler: Er fiel ständig um, solange er nicht mindestens bis zur Hälfte beladen war. Dennoch klauten die Kunden ihn, so dass man zeitweise wie einstmals in den sozialistischen Ländern regelrecht auf einen Korb warten musste.
Die Schlaumeier von Kaiser´s Marketingabteilung hatten da einen Einfall, mit dem – so glaubten sie . zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden könnten: Statt der eher biederen Aufschrift „Eigentum von Kaiser`s …“, die niemanden vom Hocker riss, geschweige denn zum Klauen animierte, schrieben sie auf die Körbe der nächsten Generation: „Geklaut bei Kaiser`s …“
Dieser Satz hatte es in sich, denn er ist nach den Regeln der Logik falsch, solange der Korb im Laden steht. Wahr wird er erst, wenn ihn jemand mitgehen lässt. Um nicht Hunderte von Logikern und andere Philosophen ihrem nur allzu verständlichen Frust zu überlassen (denn die essen auch manchmal), hatte ich die Idee, aus dem unwahren einen wahren Satz zu machen. Das aber ging nur, wenn ich zumindest einen der Körbe mitnahm.
Den entsprechenden Beschluss umzusetzen, war gar nicht so einfach. Ich stand vor Dutzenden grauen oder roten Körben mit der falschen Inschrift und dachte darüber nach, wie ich ihn wohl hinausschmuggeln könnte. Ich wagte es nicht.
Heute aber übertraf ich mich selber. Der sich unter der Ladung von fünf Flaschen Bier (Fußball!) biegende Korb nahm sein Geheimnis mit nach draußen. Und ich hatte der Wahrheit zum Durchbruch verholfen!
Doch keiner hatte es bemerkt: So ist das mit der Wahrheit in Deutschland.