Der Plagiator gehe wohl in die USA. Ein Haus habe er bereits gekauft (in Connecticut), nun wolle er dort ein Buch schreiben. Heißt es in gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen der ARD.
Was uns das angehe, interessiere? Warum uns selbst die taz mit derartigem Sozialschmarren behelligt? Soll doch der akademische Cowboy machen, was er will, etwa ein Buch schreiben, das nur aus Anmerkungen besteht. Dann können die Plagiatorenverfolger endlich das ganz große Puzzle bringen. Aber ansonsten: Gutti is out!
Falsch, ganz falsch! Wenn wir etwas über unsere Gesellschaft und ihre Befindlichkeit erfahren wollen, müssen wir uns ihre Schmarotzer ansehen, die wissen nämlich, wo die Schwachstellen liegen. Denn genau dort setzen sie ihre Saugrüssel an.
Schauen wir doch einmal genauer hin: Da kauft sich einer ein Haus. Und dann schreibt er dort ein Buch. War das früher nicht umgekehrt? Selbst der Weltmeister unter den Schriftstellern im Häuserkaufen, Lion Feuchtwanger (dem die Nazis zweimal seine Bibliothek samt Haus wegnahmen, und der die Nazis seinerseits toppte, indem er ein drittes Haus kaufte,Villa Aurora, das heute noch, nach dem überraschenden Ende des Dritten Reichs steht) bezahlte alles mit Geld, das er sich erschrieben hatte.
Die cleveren Typen machen es umgekehrt. Natürlich kommt im Falle des Barons schon durch Geburt ‘ne ganz schöne Menge Geldes zusammen, allein , wenn er die Portokasse aufmacht. Ich könnte mir vorstellen, dass der eine oder andere der großen Verlage schon mal einen ansehnlichen Vorschuss rübergeschoben hat, damit der Baron sein opus magnum (Arbeitstitel vielleicht: „Mein Kampf – gegen die Anmerkungen“?) dort in Ruhe zu Papier bringen kann.