Das Radio sagt: Der Deutsche habe es am liebsten, wenn alles frisch und wohlschmeckend auf seinen Teller komme. Und ganz, ganz billig. Doch diese Rechnung aus den Zeiten des Rabattwesens gehe heute immer seltener auf, selbst die großen Handelshäuser, die nicht nur Deutschland, sondern auch ganz Europa flächendeckend mit Filialen überzogen haben, schreiben schon längst nicht mehr schwarze Zahlen. Sie sitzen nämlich in der Rabattfalle: Wer einmal Rabatt sagt, nüsse immer Rabatt sagen. Sonst bleiben die Kunden weg. „20% auf alles, außer Tiernahrung!“

So schön, so gut. Doch dann werden Namen genannt, Häuser, die unter der Rabattkrise litten: Mediamarkt, Saturn und die anderen üblichen Verdächtigen. Doch was haben die mit dem zu tun, was auf unseren Tellern landet? Von deutschen Landen frisch auf den Tisch? Essen wir jetzt schon Schnitzel aus Leimholz? Oder Ölspachtel-Pasta? Tiernahrung kann es ja nicht sein, die bleibt teuer. Man könnte das als sachlichen Ausrutscher der beiden plaudernden Moderatorinnen durchgehen lassen. Doch dann frage ich mich, wo die eigentlich Jornalismus gelernt haben? Offenbar nicht vor Ort. Denn die Lehrlinge oder Azubis von früher mussten Brötchen und Bier für die älteren Kollegen kaufen, die wussten, wo man was bekam, wären bestimmt nicht zum Media-Markt gelatscht.

Die Demonstration konsumistischer Inkompetenz der Radioschaffenden jedoch geht munter weiter, nun muss auch Schlecker daran glauben. Der schreibe nämlich auch schon rote Zahlen (trotz der extrem niedrigen Personalkosten), weil die Kunden ihre Wurst nicht mehr bei ihm kaufen. (Wurst wurde nicht ausdrücklich erwähnt, wohl aber gedacht, sonst wäre die Aussage noch sinnentleerter gewesen.) Dabei weiß doch jedes Baby, dass dort außer Zahnpasta und anderen Brachial-Reinigungsmitteln an Nahrung nur solche für Babys zu holen ist.

Also lassen wir lieber die Kuh im Dorf und kaufen bei Schlecker was des Schleckers ist. Haben sich die Damen etwa von dem (sch)leckeren Namen in die Irre führen lassen? Alles in allem, etwas mehr Realitätsbezug täte unseren Medienarbeitern hin und wieder ganz gut.