Irgendwie herrscht Unklarheit, wie man zu einem Doktortitel kommt, zumindest sprachlich. Die einen promovieren selber statt promoviert zu werden. Die anderen „machen“ den Doktor. Und wiederum andere schließlich „erwerben“ ihn. Ein bisschen umweht diesen Vorgag etwas Geheimnisvolles, nicht unähnlich jenem Mysterium in prätelevisionären Zeiten, das Kinderkriegen betreffend.

Was haben wir uns damals Mühe gegeben zu verstehen, wie das wohl vonstatten gegangen sein mag: Er hat ihr ein Kind gemacht. Oder: Sie hat ein Kind von ihm bekommen. Hat er es erst gebastelt und dann in ihrem Bauch versteckt? Zumindest dass es da heraus auf die Welt gekommen ist. wussten wir. Schließlich gehörten wir nicht mehr der Storchlegend- en-Generation an. Doch wie war es da hinein gekommen? Einige bekamen die Krise, als sie die Größe eines Neugeborenen mit der ihres eigenen Pimmel verglichen. Die Aufgeklärteren schließlich unter uns machten sich durch allzu großen Realismus eher unglaubwürdig.

Eines ist klar: Den “Doktor” kann man nicht so „machen“ wie ein Kind, im Gegenteil: Man ist ziemlich einsam dabei. Vielleicht wäre es ein guter Aus- weg, ihn zu erwerben. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass man Babys nicht „erwirbt“ oder „erhält“, sondern „kriegt“, bestenfalls „bekommt“.

Denn erwerben kann man etwas nur, wenn man dafür eine Gegenleistung erbringt, meist in Geldform. Wer aber gäbe das schon gern zu. Dann lieber „machen“, das strotzt nur so vor Anstrengung und Selbsthingabe. Auch wenn man gar nicht „den Doktor“ macht, sondern nur eine Arbeit als Voraussetzung für das Führen des Doktortitels. Aber wer wird das schon so genau nehmen in einer Zeit, in d der Schein wichtiger zu sein scheint als das Sein.