Das sehr kleine Kind ist gerade erst einmal drei Tage auf der Welt. Angesprochen auf das Schlafverhalten ihres Sprösslings, bekommen die jungen Eltern lange Gesichter:Sie hatten sich das irgendwie anders vorgestellt. Morgens vom fröhlichen Gezwitscher der süßen Kleinen im Eltern-Kinderbett aufgeweckt, würden sie fröhlich an ihr Tagewerk gehen.

Doch sehr kleine Kinder zwitschern nicht, sie weinen, wenn sie wach werden. Denn sie haben Hunger und können Hunger nur so ausdrücken. Warum sollten sie sonst auch aufwachen? Und sie können überhaupt nicht warten. Warum auch, Mutter hat ja alles verzehrbereit in ihrem Vorderlader.

Die jungen Eltern haben ihr eigenes Schlaf- und Wachverhalten irgendwie anders erlebt, meinen sie. Doch wer hier lügt, sind nicht die Gene, sondern die Erinnerung ist es. Wenn Kinder nämlich das Alter erreicht haben, von dem an die Erinnerung stabiler wird, schlafen sie bereits durch und sind besonders morgens) ohne Einsatz von Heavy Metal nicht aus dem Bett zu kriegen. Sie weisen dann jeden Hinweis darauf, dass sie früher, als sie noch jünger waren, auch ihre eigenen Vorstellungen von Schlaf- und Wachzeiten hatten, entschieden zurück. Diese Vorstellungen aber waren höchst eigenwillig. Wer wird denn da schlafen wollen? Die Eltern natürlich.