… oder: Das Abenteuer der ersten Generation

lautet der Titel dieses Gedichts von Hasan Dewran

Das Unwetter der Armut brach herein, riss das Leben brotloser Menschen mit sich fort, trennte ihr Schicksal vom Boden Anatoliens und spülte sie an fremde Ufer. Im Lande ihrer Ankunft verfing sich ihr Schicksal im Räderwerk der Maschinen.

Aufenthaltserlaubnis zerteilte ihren Lebenslauf. Im Ring der Stempel blieben ihre Freiheiten gefangen. Im Schatten der Gesetze tropfte ihr Schweiß. In die Stahlgießereien, in die Kohlestollen gingen sie morgens hinein, kamen morgens heraus.

Sie flüchteten sich in Arbeit, beteten sie an wie ein Gott. Das ist doch unbegreiflich, nicht vor dem Tod fürchteten sie sich, am meisten fürchteten sie, entlassen zu werden.

Weit weg von Anatolien, weit weg von Deutschland blieben sie allein, ihrem unerträglichen Leben nah. Die Maschinen haben sie ausgesogen, ihre Kräfte verdorrt. Die Zeit hat sich in neue Kleider gehüllt. Was ihnen zu Ohren kommt hat sich verändert.

Der Wunsch nach bessrem Leben ist ihnen entglitten. In den Rädern der Fabrik ist ihre Jugend und Gesundheit hängengeblieben. Ihre Hoffnungen sind ermattet, am halben Wege stehengeblieben. In ihre Fußstapfen haben die Kinder ihre Jugend darangegeben. Am Ende sind ihre Hände leer. Anatolien ist die Leere ihrer Hände. In ihren Körpern ist keine Kraft mehr. Deutschland ist die Maschine, die ihre Kräfte verzehrt hat.

Vor ihnen ist Anatolien, weit weg Hinter ihnen ist ihre Jugend, weit weg.