Verteidigungsminister zu Guttenberg wird bei einem Afghanistan-Besuch von seiner Ehefrau Stephanie begleitet, meldet mein Inforadio. Deshalb, so heißt es weiter, wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Frau zu Guttenberg wolle mit Soldatinnen, die in Afghanistan stationiert sind, sprechen. Das lässt aufhorchen, möglicherweise stehen wir am Anfang einer neuen Entwicklung: Werden jetzt alle unsere Ministerien mit Doppelspitzen ausgestattet, um das Gender-Mainstreaming zu optimieren?

Im Ernst: Was qualifiziert Frau zu G. eigentlich dazu, Aufgaben im Namen der Regierung zu übernehmen? Gewählt wurde sie schließlich nur von ihrem Mann. Es gab Zeiten, da wurde die Ehefrau eines Professors Frau Professor genannt, die gleiche Ehrung ließ man der Frau eines Kommerzienrats zuteil werden. Und dass die Angetraute eines Grafen mit Frau Gräfin anzureden war, – wen wundert’s?

Doch das war einmal. Auch in Zeiten einer zunehmenden Selbstbedienungsmentalität, der privaten Vereinnahmung öffentlicher Ressourcen (Steuerhinterziehung!) geht es nicht an, dass der Steuerzahler für die Privatreise einer Ministergattin aufkommt. Und das auch noch bei gesteigertem Sicherheitsbedarf. Wenn unsere Freiheit schon am Hindukusch verteidigt werden muss, dann sollte man zumindest die Loreley im Dorf lassen.