… wird, keine Frage: Abwrackprämie. Dafür spricht schon der vielschichtig klingende Strauß der Obertöne: „Du bringst uns deinen Alten und bekommst dafür einen neuen [Alten]“. Um nur das populärste zu zitieren.

Es ist zwar erst Frühling, doch das Jahr ist gelaufen. Das nächste kann kommen. Kandidaten:

Gewinnwarnung Das wird zwar nicht zum Unwort des Jahres werden, dazu geistert es schon zu lange durch die Medien. Wer immer sich das wohl ausgedacht haben mag, er hat damit eine Schwachstelle deutscher Wortbildungskultur getroffen. Das Problem kennt jeder, der schon einmal versucht hat, einem Ausländer Deutsch beizubringen. Und ihm dazu nicht nur beliebig verwendbare Textbausteine an die Hand geben will, sondern auch einen Einblick in die Wortbildungsmechanismen, auf dass er selber wortbildnerisch tätig werden kann. Ein Schweineschnitzel ist vom Schwein, doch ein Zigeunerschnitzel? Was ist ein Busenfreund? Und schließlich die Gewinnwarnung? Warnung geht sonst fast immer mit bedrohlichen Ereignissen oder Dingen einher: Sturm-, Unwetter-, Erdbebenwarnung und so manches mehr. Aber wer warnt vor einem Gewinn? Und wozu? Nun, hier war ein ganz Schlauer am Werk, der genau weiß, dass „Verlustwarnung“ verheerende Imageschäden nach sich zöge. Und ebenso wie man beim Schnitzel die semantische Beziehung zwischen den beiden Wortbestandteilen flugs umdeuten kann, soll man wohl auch hier verfahren: Warnung, dass der erwartete Gewinn sich nicht einstellen könne.

Schade dass es keinen Gedanken des Jahre gibt, ich hätte da einen Kandidaten (gleich welchen Jahre). In einer der zu diesem Jubeljahr so beliebten Rückblickssendungen (hier im Inforadio RBB) tauchte folgender Satz aus einer Bundestagsrede aus: „Es gibt keinen Grund, die Vergewaltigung der eigenen Ehefrau in irgendeiner Form zu privilegieren.“