Dieser Wulff findet doch immer neue Fettnäpfchen, in die er treten kann! Ich meine nicht den Großen Zapfenstreich, so etwas ist ja eher peinlich. Musikgeschmack verrät ja einiges über die Persönlichkeit. Dass er seiner Frau dankt, kann man auch akzeptieren, schließlich haben ja die Frauen von denen, die da im Licht stehen, ne Menge abzupuffern. Also gebührt ihr der persönliche Dank des Christian als der ihres Mannes. Aber der Anlass des Danks haut mich dann doch um: „Ich danke meiner Frau Bettina, die unser Land auf großartige Weise überzeugend repräsentiert hat.“

Wie bitte? Bettina hat unser Land repräsentiert? Darf sie das denn? Wer hat sie darum gebeten oder gar dazu beauftragt? Steht da zu was im Grundgesetz? Ich schau schnell mal hinein, hab es ja immer bei mir: Fehlanzeige! Oder ist sie zur First Lady durch irgendein Parlament gewählt worden? Wohl nicht. Also, was hat sie eigentlich getan? Das was ihr zukommt, ist sich selber zu repräsentieren, ein bisschen vielleicht auch das öffentliche Bild ihres Gatten zu retouchieren.

Doch einmal ganz abgesehen von der Frage, ob ihr öffentliches Auftreten erbeten oder unerbeten war: Frauen, wie lange wollt ihr euch denn noch auf Ehrenämter reduzieren lassen? Und wenn man euch schon nachsagt, ihr würdet Deutschland repräsentieren, dann aber bitte in Echt! Schluss mit der Überschreibung von Verdiensten vom Konto des Ehemanns!

Was mich am meisten irritiert, ist die Tatsache, dass solche Entgleisungen, ja Selbstherrlichkeiten weitgehend unbeachtet bleiben, als seien sie selbstverständlich. Halt Peanuts. Doch in solchen Fragen gibt es kein groß und klein. Wir dürfen uns nicht an die Kultur (?) der Selbstbedienung gewöhnen, für die Leute wie die Wulffs stehen. Auch nicht in kleinen Schritten.