Aus Irland wird vom Unwesen berichtet, das ein polnischer Autofahrer im Land getrieben haben soll (berichtet Ralf Sotschek in der taz vom 23.2.2009, S. 20). Sein Name wird mit Prawo Jazdy angegeben, er wurde, manchmal fast gleichzeitig, in verschiedenen Landesteilen von der Polizei gestellt. Mal war es überhöhte Geschwindigkeit, mal Alkohol am Steuer, dann wieder Falschparken und noch vieles mehr. Die Anzeigen jedoch, die man ihm an seine zahlreichen unterschiedlichen Adressen sandte, erwiesen sich allesamt als unzustellbar, da ein Mensch dieses Namens dort nicht gemeldet war. Irgendwann löste sich das Rätsel, prawo jazdy ist das polnische Wort für Führerschein. Dieser Vorfall zeigt wieder einmal, wie fremd wir uns noch innerhalb der EU sind.
Da kann man nur von Glück sagen, dass noch niemand über das deutsche Wort „Führerschein“ gestolpert ist. Vielleicht verdanken wir dies der Mimikry aufgrund der Zusammenschreibung, ist doch der „Führer“ an sich bei unseren Nachbarn beileibe kein Unbekannter. Man stelle sich einmal vor, nahezu das ganze Volk, das einst A.H. an die Macht gebracht hat, befindet sich im Besitz eines Dokuments, das seinen Inhaber als qualifiziert für die Rolle des Führers ausweist! … Wie hieß eigentlich der Führerschein in der DDR?