Die Albrechtstrasse ist eine mittelgroße und mittelbedeutsame Straße, die die Bewohner von Lankwitz, Mariendorf & Co. (alle Berlin) an eines der Berliner Subzentren, die Schlossstrasse Steglitz heranführt. Sie selber gibt Shopping-mäßig wenig her, wer tadellos aufgeräumte Restaurants mit militärisch ausgerichteten Stühlen ohne störende Kunden in Ruhe betrachten will, dem sei empfohlen, sich abends gegen Acht einmal an den dortigen Gaststätten die Nasen platt zu drücken. Er wird dann sofort verstehen, wie Geldwäsche funktioniert.
Um aus diesem mittelkriminellen Milieu möglichst schnell wenn auch nur stndenweise zu entkommen, benutze ich den Bus. Meistens stehe ich, dann sehe ich nur die Beine der wenigen, die Bürgersteige entlang eilenden Passanten. Seit ich aber einen Stützschuh (ärztlich verordnet, also durchaus systemrelevant) trage, bietet mir immer irgend jemand seinen Platz an, selbst türkischen Macho-Jugendliche. (Danke, Jungs, war echt Klasse von euch. Tut mir leid, dass dadurch eure interne Kommunikation erschwert wurde, so dass ihr eure Handys anwerfen musstet. Aber mal ehrlich: Dazu sind die Dinger doch da, nich?)
Na jedenfalls, so kann ich nun auch mal einen Ausschnitt der Straßenlandschaft (mit `nem Stückchen Himmel, gelegentlich zumindest. Und nicht nur immer Damen-Popos. Da hat die gemeine Steglitzerin nämlich nicht allzu viel zu bieten.
Und heute sah ich zum ersten Mal an den oberen Enden der Straßenlaternen kleine Banner, so heißen diese senkrecht ausgerichteten Werbefähnchen. Sie tragen die Aufschrift: „Werben an Laternen”.
(Aus versmaßpflegerischen Gründen verzichte ich hier auf die Anrede „Sie“ und verwende die unpersönliche Form.) Die Banner wesen zugleich den Weg zum Herzstück des Subzentrums, dem Hermann-Ehlers-Platz mit seinem Wochenmarkt mit seinem Wochenmarkt.
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Dort aber steht nicht nur das seinerzeit in der Planungsphase heftig umstrittene Mahnmal für die verschleppten und ermordeten Steglitzer Juden, sondern ein weitaus weniger beachtetes Denkmal für einen Deserteur, der noch in den letzten Kriegstagen von gesinnungstreuen „Kameraden“ an einer der dortigen Straßenlaternen aufgeknüpft worden war.
Nun frage ich mich, wie das zusammengehen soll, Konsum und Mord. Hier sind die Bezirksverordneten gefordert, Harmonisierungsarbeit zu leisten, etwa durch einen Banner über dem Denkmal für den Erhängten, der das „Werben an Laternen“ motivisch aufnimmt, indem er diese (Auf-) Forderung zu „Sterben an Laternen“ kulminieren lässt.