In Osamas letztem Domizil vor „Ladenschluss“ (taz) stellten die eindringenden Amerikaner Videos sicher. Einige davon wurden im Internet gepostet, ohne Ton. In der Entschlüsselung dessen, was da zu sehen ist, ist man also auf Mutmaßungen angewiesen.
Behauptet wird, bin Laden studiere Hetzreden gegen die Amerikaner ein oder nehme sie gerade auf. Dazu habe er sich den Bart gefärbt. Ist letzteres eine Reverenz vor amerikaischen Bräuchen? Oder treten Islamisten nur mit kolorierter Gesichtsmatte vor die Kamera?
Es gäbe noch eine andere Deutung. Die muss man zumindest in Betracht ziehen, solange über die Farbe des gefärbten Barts nichts bekannt ist. Man sagte mir in Pakistan, dass sich Witwer den Bart und das Haupthaar färbten, wenn sie wieder zu heiraten beabsichtigen. Und zwar mit Henna in Rot. Bekanntlich können Muslime mehrere Frauen heiraten, sofern sie sie unterhalten können (und ertragen). Bin Laden, der ja bekanntlich bei dem Überfall von (s)einer Frau verteidigt wurde, könnte also zugleich verheiratet und verwitwet gewesen sein.
Und was nun die Ansprache betrifft: Vielleicht übt bin Laden gerade die Ansprache, mit der er um die Hand einer weiteren Frau freien will? Wir wissen es nicht, können nur spekulieren. Deshalb Amerikaner: Rückt den Text raus!