Das kommt davon, wenn man beim Abwaschen Radio hört. Wenn es spannend wird, fällt prompt irgendwas runter und verdeckt akustisch die Nachricht. Oder man fängt die Tasse gerade noch rechtzeitig auf, doch die Meldung (und vor allem ihr Wortlaut) erreicht den Kopf nicht mehr. Oder aber die Meldung ist so lang, dass die erste Hälfte beim Satzende schon wieder vergessen ist. So fragt man sich, ob das, was man zu hören vermeint hat, wirklich gehört hat. Dann fängt man an, das Internet umzugraben. Doch meist vergeblich, denn der Wortlaut ist da doch anders oder bereits verändert worden, so dass man sich die sprachliche Delikatesse nicht mehr verlässlich auf der Zunge zergehen lassen kann.

Heute ging es mir bei den Nachrichten so. Eingebrannt ins Kurzzeitgedächtnis hat sich die Meldung, dass die Packung mit 19 Zigaretten jährlich um 15% teurer werden soll. Hmm, wie soll das gehen? Tabaksteuer auf Zeit? Kann man jetzt nur noch eine Packung pro Jahr rauchen? Und muss man für eine einmal gekaufte Schachtel jedes Jahr aufs neue Steuern entrichten? Und was, wenn man das Kontingent gar nicht ausschöpft und zwei Jahre lang daran rumnuckelt? Stell ich mir schwierig vor. Aber von Steuern verstand ich nie viel.

Aufgerüttelt von dieser existenziellen Frage höre ich nun jede weitere Nachrichtensendung von Inforadio. Dieser Sender ist mir so sympathisch, weil er die Musik aus dem Programm verbannt und obendrein „alles, was Sie wissen müssen, alle 20 Minuten“ bringt. (Das Problem liegt hier in der Setzung des Kommas.) Bei den Nachrichtensendungen verhasple ich mich, finde nicht den Einstieg. Oder aber der Wortlaut ist irgendwie anders. Dann kommt noch die Bestätigung. In einem in die Nachricht eingeblendeten Korrespondenten-Beitrag heißt es: … „Die Abgaben für eine Schachtel Zigaretten sollen bis zu 8 Cent pro Jahr steigen.“Gut, dass ich nicht mehr rauche. Dann hätte ich an dieser Stelle ein Problem. Ein mathematisches.