Noch einmal zu Guttenberg und seinem gescheiterten Promotionsprojekt. Dass ein aufstrebender Globalpolitiker und Familienvater mal alle Zwölfe gerade sein lässt und sich ein paar Wörter bei Kollegen ausleiht, – geschenkt. Textbausteine eben. Es wird viel mehr geschummelt zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweisheit uns träumen lässt.
Der eigentliche Skandal liegt woanders: Wer ist denn der Doktorvater, der dem Baron dafür summa cum laude („mit höchstem Lob“) gegeben hat, die Top-Note für Doktorarbeiten? Für eine Arbeit, die sich nun selbst beim flüchtigen Betrachten jedermann als übles Machwerk offenbart. Das muss doch ein Obertrottel sein.
Oder er hat gutes Geld dafür bekommen? Mit rechten Dingen geht das jedenfalls nicht zu. Und mich wundert noch, dass die Presse diesen Mann noch immer nicht gestellt und zerhackt hat. Die sind doch sonst nicht so zimperlich. Außerdem besteht die Kommission in einem Promotionsverfahren in der Regel aus mehreren Personen, wo sind die denn abgeblieben? Jedenfalls hätte ich gern mal die Gutachten gelesen. Doch die sind geheim. Mittelalter eben.