Der japanische Atomstromerzeuger Tepco will radioaktiv verseuchtes Wasser aus den Abklingbecken der Anlage Fukushima in den Pazifik leiten, um Platz für anderes, noch höher verstrahltes Wasser zu schaffen.

Ich denke, er tut recht daran. Es wird sich bei der Atomstromerzeugung nichts ändern, wenn es immer nur den einen gibt, den das Schicksal trifft, solange das Atomdrama als griechische Tragödie gegeben wird. So war es bei Three Miles Island, bei Tschernobyl und jetzt in Fukushima.

Dieses Sankt-Florians-Denken muss endlich aufhören. Auch wenn all die anderen Atomstromerzeuger und –nutzer nicht unmittelbar für die Havarien verantwortlich gemacht werden können, so trifft sie doch eine Mitschuld: Sie alle haben den Atomenergie-Hype in Gang gesetzt und befeuert. Und daher ist es folgerichtig, wenn sie einen Teil des Fall-out abbekommen. So wie die Rendite ja auch auf alle Aktienbesitzer verteilt ausgezahlt wird. Warum soll dieses Shareholder-Prinzip nur im Guten gelten?