Demonstration in Steglitz! Zentrum der Proteste war der Hermann- Ehlers-Platz!! Ich traue meinen Ohren nicht. Es protestierten dort dieselben Bürger gegen die Ab- und Einflugschneisen für den BBI-Flughafen Schönefeld, die vor zwei Jahren gegen die Schließung des Flughafens Tempelhof mobil gemacht hatten, weil sie befürchteten, ihnen werde die westberliner Identität aus dem Leib geschnitten. Die Anlieger des Luftkorridors von Tempelhof können wegen des Fluglärms im Sommer die Fenster nicht öffnen? Die Stadträson hat Vorrang.
Der Verdacht keimt auf, hinter der Auseinandersetzung stünden gar keine Dezibel, sondern reine Ideologie. Diese südwestberliner Idylliker werden nämlich plötzlich rabiat, wenn Flugzeuge, die in Schönefeld (DDR!) starten, über ihre Gärten fliegen sollen. Was sie zuvor kalt gelassen hatte, als die unmittelbar von den Plänen Betroffenen, die Anlieger des Flughafengeländes nämlich, vehement gegen die Planungen Sturm liefen. Nun aber treibt er auch sie um, der Schutz vor dem Fluglärm. Und außerdem: Hat man nicht schon davon gehört, dass Exkremente aus den Bordklos tiefgefroren auf dem Boden einschlugen? Bei knapp 3.000 Meter Flughöhe allerdings wären die noch nicht einmal löffelzart gefroren.
Vor allem aber hat die politische Kaste Berlins versagt. Die wohnt nämlich in hoher Dichte in den betroffenen Gebieten. Und hat offenbar nichts mitgekriegt. Denn sonst hätte es schon längst Rabatz gegen BBI durch die Steglitz-Zehlendorfer gegeben, angeführt von den Wilmersdorfer Witwen. Wetten, dass die Routen geändert werden?