Was ist los mit unserer Elite? Erst hat der damalige thüringischer Ministerpräsident Dieter Althaus eine Touristin auf der Skipiste zu Tode gebrettert und fiel selbst ins Koma, dann rast der allseits umjubelte F1-Rennfahrer Michael „Schumi“ Schumacher gegen einen Fels (oder der gegen ihn) und nun hat`s auch Angela Merkel erwischt. Nichts gegen die Gehhilfe, passt ja irgendwie zu ihrem Politikstil. Aber was haben wir eigentlich für Eliten, die Dinge tun, die sie nicht beherrschen? Die auf eine nicht ganz nachvollziehbare Weise sich Allmachtsfantasien hingeben? Was sollen wir angesichts dessen von ihren Fähigkeiten halten, das Land zu führen und den Menschen Vorbild zu sein? Sollen denn wirklich die Bundesbürger wie die Lemminge sich die Pisten hinab stürzen?

Das bessere, weil ehrlichere Vorbild scheint mir Winston Churchill zu sein, der grundsätzlich vom Sport Abstand hielt. Er wusste offenbar, was er sich (und seinen Landsleuten) zumuten durfte.

Immerhin schaffen Sportunfälle möglicherweise neue Bande über Ressortgrenzen hinweg. Die Tageszeitung „Die Welt“ titelt in ihrer Internetausgabe vom 3. Januar:

„Dieter Althaus betet für Michael Schumacher“. Denn: „Der 55-Jährige [Althaus] war damals rund zwei Tage nach dem Unfall aus dem Koma aufgewacht. Gut drei Monate später nahm er die Führung der Regierungsgeschäfte wieder auf. So weit ist Schumacher noch lange nicht …“.

Also braucht er spirituellen Beistand! Doch ehrlich: Muss man einem Mann wie Schumi auch noch die Regierung dieses unseren Landes anmuten? Immerhin erfahren wir in einem Nebensatz, dass Althaus jetzt als Lobbyist in der Automobilbranche tätig ist? Merkt ihr was?