Das Wort hat seine Wurzeln im Althochdeutschen (spisa) und / oder (?) im Mittellateinischen (spesa), wo es „Aufwendungen“ bedeutet. In dieser Bedeutung finden wir es heute auch in dem englischen expensive, aber auch die Spesen gehören zur Familie.

Die Speise heute ist die vornehme Schwester des Essens. Und zwar sowohl in der nominalen Form (die Speise) als auch in der verbalen (speisen – ich speise etc.). Klingt ein bisschen nach Oberkellnerslang, ich jedenfalls kenne niemanden, der für den persönlichen Bedarf von „speisen“ spricht. „Wann geruhen die Herrschaften zu speisen?“

Nun machen aber Wörter manchmal bemerkenswerte Entwicklungen, Alltagsbegriffe finden sich etwa in theorielastigen oder gar technischen Bereichen wieder. Beispielsweise „Einbetten / eingebettet (embedded) in der Generativen Grammatik des Noam Chomsky oder einer spezifischen Form der Kriegsberichterstattung.

Ein weiteres Beispiel dieser Metamorphose lernte ich kürzlich im Inforadio RBB kennen. An „einspeisen“ im Zusammenhang mit unserer medialen Versorgung haben wir uns ja schon gewöhnt – wobei mir allerdings nicht klar ist, warum man nicht gleich „füttern“ sagt. Hat es doch den Charme des Einbettens.

Doch nun wurde das „einspeisen“ auch noch getoppt, denn wer „ein-„ sagt, kann auch „aus-“ sich zumindest vorstellen. Anders ausgedrückt: Man kann ein bestimmtes Sendeangebot, vulgo „Programm°“ auch wieder zurückziehen, wenn keine Nachfrage besteht oder wenn diese auch über andere Kanäle befriedigt werden kann.

Kurz und gut: Im Zuge der Suche nach Einsparungsmöglichkeiten wurde für das Sendegebiet des RBB kürzlich eine Regelung beschlossen, wonach Programme von nur regionaler Bedeutung aus dem Angebot der Landessender „ausgespeist“ werden können.

Wenn einem da nicht das Kotzen kommt!