Die SPD hat, nachdem die Zustimmungswerte jahrelang nach unten gerutscht sind, nun wieder Tritt gefasst auf dem Weg aus dem politischen Prekariat. Das Zaubermittel, um zum allgegenwärtigen Objekt der Aufmerksamkeit zu avancieren, heißt: Bestsellerproduktion. Thilo Sarrazin hat den Reigen eröffnet mit seinem Hit: „Deutschland schafft sich ab“. Und die nächsten Titel sind bereits in Arbeit.

So erfuhren wir aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen, dass demnächst eine Arbeit folgen wird, die sich mit aktuellen Formen der traditionellen Selbstzerlegung der Partei beschäftigen soll. Sie heißt: „Die SPD schafft sich ab“ , Verfasserin: Andrea Nahles.

In diesem Zusammenhang können wir Leser Wolfgang Siedler in Langenhagen beruhigen: Es ist einerseits richtig, dass in Deutschland die Linksparteien nach ritueller Selbstzerfleischung stets in die Mitte abgewandert sind, wo sie in der Bedeutungslosigkeit verschwanden. Aber man sollte andererseits auch nicht vergessen, dass von dort, wo zunächst ein schwarzes Loch gähnte, noch immer ein neuer politischer Kraftquell aufgetaucht ist, um das Licht der Geschichte mit unverbrauchter Energie zu speisen. Etwa „Die Grünen“. Schade?