Zugegeben, es hat ja auch etwas Angenehmes, Unprätentiöses, wenn die Hierarchie der Ressorts in den Medien abgeschmolzen wird, der Sport auf Augenhöhe mit der Politik verhandelt wird. Wenn Ausdrucksweisen und Bilder dieser unterschiedlichen Bereiche sich mischen, vielleicht sogar ergänzen. Wenn die Politik gewissermaßen bodenständig wird.
Doch es schmilzt der Charme, wenn das Fußballvokabular überhand nimmt. Wenn es in zwei von drei Sätzen darum geht, dass es im griechischen Parlament „spannend“ zugeht. Spannend – durchaus im Sinne des Sports: Wer wird der Champion? Nicht mehr eine politische Position wird gewichtet, nein, es geht um Sieg oder Niederlage schlechthin. Inhalte oder Argumente interessieren da weniger.
Wenn politisches Denken und Handeln nur noch im Jargon des Sports verhandelt wird, stimmt etwas nicht mit der Politik. Mit dem Sport vielleicht auch nicht. Brot oder Spiele?