Für diesen Frühherbst oder Spätsommer plane ich eine Japan-Reise. Das Preisniveau für den Hin- und Rückflug hat sich auf etwa 600-700 Euro eingependelt so dass ich keine Veranlassung sah, nach jedem beliebigen Billigangebot zu greifen. Ich liess mir auch Zeit, denn bei diesen Preisen konnte der Wettbewerb nicht allzu groß sein.

Doch dann erlebte ich eine Überraschung: An etwa drei Tagen im letzten Drittel des September schossen die Preise fast auf das Doppelte des Üblichen. Der Grund: zu diesem Zeitpunkt lagen zwei nationale Feiertage hintereinander! Ganz Japan, das Land der angeblich Arbeitssüchtigen und Freizeitmuffel, ergreift in solchen Konstellationen die kollektive Flucht aus dem Arbeitsleben in bis zu 300% überbelegten Zügen und hoffnungslos verstopften Straßen. Und wer in dieser Massenbewegung für sich kein Plätzchen mehr entdeckt, der versucht es halt im Ausland.

Und nimmt mir so einen bezahlbaren Platz im Flugzeug weg. Doch halt, da schiebt sich just zu solchen Anlässen eine kleine, sich fein gebenden Fluggesellschaft im Ranking nach ganz oben: Vietnam Airlines. Denn den Urlaub in Vietnam zu verbringen, das möchte sich der Direktflug-verwöhnte Japaner nun doch nicht unbedingt zumuten.

Und für den Europäer liegen die Transferzeiten im Heimathafen der Airline hart an der Schmerzschwelle. Andererseits reicht die Flugpause nicht aus, sich auf die erfolgreiche Suche nach Miss Saigon zu machen. Der Heimathafen von Vietnam Airlines ist übrigens Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt. Das (offizielle!) Airport-Kürzel für letzteren lautet SGN.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt.