„Hitler und die Deutschen“ heißt eine Ausstellung im Deutschen Historischen Museum, Berlin. Sie endete kürzlich, daher bin ich noch schnell hingeeilt. Hoffend, endlich einmal profundere Einblicke in eine Volksseele zu erhalten, die einem Hitler die uneingeschränkte Machtausübung ermöglichte.

Götz Ali hat vor Jahr und Tag darüber im „Spiegel“ einen Mehrteiler geschrieben, hat gezeigt, wie sehr die deutsche Bevölkerung beziehungsweise die deutsche Volkswirtschaft von dem Terror gegen Fremdes innerhalb und außerhalb der deutschen Grenzen profitierte. Dazu hatte ich auch von der aktuellen Ausstellung Informationen und Details erwartet. Zur Frage, wie es zur Selbstgleichschaltung hatte kommen können. Aber dem war nicht so.

Statt dessen zum wiederholten Mal die Verführungskünste und –techniken der Nazis: Kraft durch Freude, Volksempfänger, Volkswagen, Telefon und anderer Schnickschnack. Was ich aber hatte wissen wollen: Warum waren die Deutschen so verführungsbereit? Was trieb sie einem Hitler in die Arme? Spielen da nicht auch die psychosozialen Folgen des Ersten Weltkriegs eine wesentliche Rolle? Das aber wurde mit dem mageren Hinweis abgespeist: Hitler habe es verstanden, die Ängste und Erwartungen der Deutschen zu „mobilisieren“