Florianne Koechlin ist Biologin, Gründerin und Leiterin des Blauen Instituts in der Schweiz. Sie untersucht die Kommunikation von Pflanzen. Ihre bisherigen Forschungsergebnisse hat sie in einem Buch mit dem (wohl nicht ganz unironischen) Titel „Pflanzenpalaver“ zusammengetragen.
Frau Koechlin ist nicht nur Wissenschaftlerin, sondern auch Missionarin. Motiv ihrer Bemühungen ist letztlich die Verankerung von Pflanzenrechten im menschlichen Gewissen. Dafür ist sie bereit, viel Spott und Häme einzustecken („Ich achte Pflanzen, unterhalte mich mit meinem Salat, ehe ich ihn esse!“). Doch so billig ist sie nicht zu haben, sie weiß um die Nahrungskette als Ernährungsgrundlage des Menschen. Immerhin erfahren wir von ihr viel über die (meist chemischen) Kommunikationstechniken der Pflanzen.
Der RBB in seinem Inforadio unterstützt das Vorhaben, berichtet wohl- wollend, empfiehlt ihre Publikationen und die anderer in der Sendereihe „Wissenswertes“.Es folgen Regionalnachrichten. Eine Autofahrerin hat ihren Wagen aus scheinbar unerklärlichen Gründen über die Leitplanken des Stadtrings Süd gelenkt und acht Meter tiefer in einen Kleingarten aufsetzen lassen. Die Fahrerin wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Und die Pflanzen? Warum berichtet der Sender nichts über die Schäden, die der Unfall bei den Pflanzen angerichtet hat? Gab es tote Pflanzen , wie viel schwerverletzte? Kamen einige mit dem Schrecken davon? Hat der abrupt unterbrochene Winterschlaf Folgen (sprich: Vegetationspause)? Ein Sender, der seine eigenen Berichte ernst zu nehmen vorgibt, sollte sorgsamer mit dem Kontext umgehen. Denn Pflanzen vergessen nicht! Interessant wäre auch, etwas über die Ursachen dieses mysteriösen Unfalls zu erfahren. Hat hier die Fahrerin zu intensiv dem Pflanzenpalaver gelauscht? Das spräche für Verbesserung des Schallschutzes.
PS: Florianne Koechlin ist Schweizerin, ich vergaß es zu erwähnen. Ich kann mich über die leicht archaische Sprache der Schweizer gar nicht genug freuen. Wo schon hört man heute noch Wendungen wie: „Mich hat es Wunder genommen“. Ich hoffe, die Pflanzen sprechen ebenso!