Ein deutscher Forschungssatellit drohe auf die Erde zu stürzen, meldet die taz. Das Gerät wiege 2,2 Tonnen, im günstigsten Fall werde es bei Erdeintritt im letzten Jahresquartal vollständig verglühen. Der Satellit sei nicht mehr steuerbar.

Das klingt nach GAU, nach Super-GAU sogar. Doch warum wird das so beiläufig zur Kenntnis gegeben und – vermutlich auch – genommen? Fürchtet sich niemand davor, 2,2 Tonnen auf den Kopf zu bekommen? Warum gibt es noch keine Bürgerinitiative gegen den Satellitenwahn?

Die Gallier fürchteten nur eines: dass ihnen der Himmel auf den Kopf falle. Die Japaner nennen Erdbeben als größten Schrecken. Und wir? Das Leben in katastrophenarmen Gefilden hat uns stumpf gemacht, wir tragen Sorge, irgendein Revolutiönchen in der Dritten Welt könne unseren Urlaub verderben. Denn den haben wir uns doch redlich verdient, darauf haben wir doch einen Anspruch. Oder, wie Reisende in Richtung Tunesien verkündeten: „Den lassen wir uns nicht nehmen.“ Selbst wenn uns ein hausgemachter Satellit auf den Kopf fällt.