Politiker müssen geschickt (vielleicht sogar: bauernschlau)sein, wenn sie komplizierte Sachverhalte oder Vorgänge für den potenziellen Wähler zustimmungsreif darstellen wollen. Das heißt in aller Regel, dass sie vereinfachen müssen, denn Komplexes erreicht den Gegenüber entweder gar nicht oder ruft bei dem Aggression hervor. So greifen sie oft zu Sprachbildern.
Henning Otte, verteidigungspolitischer Sprecher von CDU/CSU im Bundestag, ließ sich im Deutschlandfunk zur Frage vernehmen, ob die Bundeswehr unbemannte Kampfflugzeuge, also so genannte Drohnen, anschaffen solle. Irgend wann in dem halbstündigen Gespräch schien ihm der Kragen platzen zu wollen angesichts der rechtlichen Hinweise seiner Gesprächspartnerin, brach es förmlich aus ihm heraus: „Wer die Feuerwehr erst ruft, wenn es brennt, der handelt zu spät.“
Mein Gott, wie leichtsinnig ich doch war! Denn in der Tat, ich habe in den zwei, drei Fällen, wo ich die Feuerwehr rufen musste, dies immer erst dann getan, als das Kind schon brannte oder sonst wie ins Feuer gefallen war. Auf die Idee, dass man, ausgestattet mit hellseherischen Fähigkeiten, dies schon vorher hätte tun sollen (als noch nichts brannte), bin ich gar nicht gekommen!
Warum klärt uns die CDU/CSU mit ihren so weitsichtigen Wehrexperten nicht rechtzeitig, also ante festum, auf? Schlimmer noch: Warum tilgt sie diesen doch so eminent wichtigen, weil aufklärerischen Satz aus der gedruckten Version im Internet?