In meiner frühen Jugend kursierte im Freundeskreis ein Buch, das von Ausländern auf deutsch verfasste Briefe enthielt. Saukomisch, wir schütteten uns vor Lachen, wenn eine Firma aus Japan fünfzig runde Sofas orderte und damit Kugellager meinte. Die Aufgeklärteren unter uns hielten die Texte für einen Fake, ich hatte irgendwie Mitleid mit dem Japaner, wenn ich mir ausmalte, wie der ratlos vor 50 Sofas stand, wohlgemerkt: vor runden Sofas. Die meisten aber wieherten über diese „blöden Ausländer“, die mit uns, dem Wirtschaftswunderland Handel treiben wollten und sich dabei solche Schnitzer leisteten. Es war die Zeit des „Wir-sind-wieder-wer“, eine Wortprägung, geschaffen durch einen Bundeskanzler, der kritische Intellektuelle für Pinscher hielt. Steilvorlagen für das politische Kabarett! Die Comedians waren noch nicht erfunden.
Es folgten unsere ersten Gehversuche mit selbstgebasteltem Englisch und die Selbstsicherheit – oder war es Überheblichkeit? – schmolz dahin. Jeder ist halt Ausländer, fast überall. (Danke Klaus Staeck für diese wichtige Einsicht!) Heute ist das Übersetzungsgewerbe auch im Bereich der Gebrauchslyrik so professionalisiert, da kann man schon mal von den alten Zeiten mit ihren runden Sofas erzählen
Doch vorhin fiel mir beim Heimwerken fast der Hammer auf die Füße. Stand da doch in der Gebrauchsanleitung folgende gebrauchslyrische Meisterleistung:
„Wir akzeptieren keine Renditen nach dem Öffnen des Elements. Wenn es Spuren von öffnen, können wir nicht erstatten.“
Respekt aber den spanischen Schöpfern für die virtuose Handhabung der Zeichensetzung! Doch wo gehört der Zettel mit diesem Hinweis eigentlich hin, bei welchem „Element“ fand ich ihn? Hoffentlich nicht bei den „Derivaten“, die ich gerade bei dieser spanischen Bank („Salamander “ oder so) erworben hatte …