Das Fernsehen ist auf Dauersendung zur Fußball-Weltmeisterschaft in Süd- afrika, es werden immer marginalere Themen gesucht und gefunden. So der besondere Reiz der K.o.-Runde nach Beendigung der Gruppenphase. Worin nun besteht dieser besondere Reiz? „Das Flutlicht ist an und es geht um alles.“ Irgendwie erinnert mich dies an eine Geschichte, die ich einst gelesen hatte. Sie könnte von Roda Roda stammen, aber in seinen Werken, die sich in meinem Besitz befinden, war sie nicht auszumachen. Sie geht, frei erzählt, so: Eines Tages wird der Pfarrer zu einer Bäuerin gerufen, damit er ihr die letzte Ölung gebe. Er bereitet also die Sterbende auf das jenseitige Reich vor. Nach neun Monaten wird er wieder gerufen, diesmal zur Taufe. Er nimmt den Bauern beiseite und fordert eine Erklärung. „Ach wissen’s, Herr Pfarrer, alles war so schön, das Licht hat gebrannt, der Tisch war mit Blumen geschmückt, die Luft voller Weihrauch. Da dacht ich mir, ich sollte doch auch vielleicht Abschied von meiner Frau nehmen, auf meine Art, und legte mich zu ihr. Na, und jetzt haben wir den Salat.“
Rauchzeichen aus Mediastan