Bei der Notlandung eines Flugzeugs haben sich sieben Personen verletzt, heißt es in den Nachrichten. Warum sie sich verletzt haben, wird nicht gesagt. Hatten sie, in Panik geraten durch den Ausfall der Motoren, versucht, sich selber das Leben zu nehmen? Oder handelte es sich um die Generalprobe zu einem Selbstmordattentat? Das aber bedarf nicht einer ganzen Gruppe, da hätte einer ausgereicht.

Nicht nur, dass dieser rätselhafte Vorfall nicht aufgeklärt wird, niemandem scheint aufzufallen, welch Unsinn da gemeldet wird. Die reflexive Form wird im Deutschen dann gewählt, wenn eine vom Agens, der agierenden Person also, ausgeführte Handlung gegen diese selber gerichtet ist: ich wasche mich, er rasiert sich, sie betrinkt sich (hier ist nur die reflexive Form möglich!), wir verabschieden uns und dergleichen mehr.

Wenn aber gesagt werden soll, dass jemand Opfer einer Handlung wurde, deren Urheber ein anderer ist, dann greift man zum Passiv, das allein schon durch seinen Namen die Opferrolle klar ausweist: Die sieben Passagiere haben sich also nicht verletzt, sie wurden verletzt. Zu sagen: „haben sich verletzt“, wäre nur dann richtig, wenn die Verletzung eine Folge von Vorsatz oder Unachtsamkeit seitens der Passagiere selbst, das Fluggerät mithin nur Werkzeug in ihrer Hand gewesen wäre.