Sensationen geschehen manchmal gewissermaßen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Oder zumindest in einem ihrer toten Winkel. Und, wenn man da nicht höllisch aufpasst, gleich im Doppelpack.

Aber der Reihe nach: Dem Film „Rain Man“ verdanken wir die Information, dass die australische Fluggesellschaft Quantas die sicherste unter allen Carriern ist. Noch nie, so referiert das autistische Rechengenie in dem erwähnten Film, gespielt von Dustin Hoffman, sei ein Passagier dieser Linie bei einem Unfall einer ihrer Flugzeuge ums Leben gekommen.

Gewissermaßen als Nachlassverwalter dieses Erkenntnisstandes verfolgte die Wahrheit-Redaktion der taz das Ringen von Quantas mit dem Weltgeist. Immer, wenn dieser der Fluggesellschaft einen nicht wieder gut machbaren Schlag zu versetzen sich anschickte, sprang ihm letztere beziehungsweise eines ihrer Flugzeuge von der Schippe.

Doch jetzt hat sich etwas ereignet, das zwar noch keine Umkehr im Verhältnis beider Kontrahenten zueinander bedeutete, wohl aber eine Art Quantas-Dämmerung einleiten könnte. Die Gewerkschaft nämlich war in den Streik getreten und hatte damit das Fluggerät dieser Airline weltweit an den Boden gefesselt. Denn wie richtig hatten einst unsere Väter skandiert? „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will!“ Wie leicht hätte in dieser Situation ein Passagier einem Herzschlag erliegen können oder wäre wäre Hungers gestorben Das aber hätte zu einem Aus für den Quantas-Mythos geführt, zum Triumph des allmächtigen Weltgeistes über Menschentand.

Doch was geschah? Nichts, rein gar nichts! Die Wahrheit-Redaktion hatte das Ereignis glatt verpennt. Oder sollte ich gar …? Unmöglich. Doch ich schau lieber noch einmal rein!

In der Tat: Die letzte Meldung vom ewigen Kampf zwischen Quantas und dem Weltgeist liegt fast vier Woche zurück. Damals hatte sich kurz nach dem Start in Bangkok ein Motor mit lautem Knall vom Dienst verabschiedet. Doch selbst dieser Zwischenfall blieb folgenlos: Kein Opfer.