Mehr Luxus“, juchzt ein Mittelstandsmagazin* angesichts steigender Ver- kaufszahlen „in der Prämiumklasse“ deutscher Automobile.

Prämiumklasse. Da ist wohl bei einem Mittelstandsmanager der Gaul zwischen Prämie und Nummer Eins durchgegangen. Oder anders gesagt: Das kommt davon, wenn Fremdwörter orientierungslos verwendet werden. Wer immer nur an das Geld (Bonuszahlungen?) denkt, endet bald beim Prämierminister oder in der Prämier League. Auch wenn beide Begriffe einst einer gemeinsamen Wurzel entsprungen sind, so hat sich doch heute eine unüberwindbare orthographische Hürde zwischen ihnen aufgetürmt.

Und: Ist die Prämie ein deutscher Begriff geworden, so sind premier oder premium noch immer englische, auch wenn letzteren die Deutsche Post und unzählige Epigonen munter verwenden („Premium Lachs“).

* „Berlin maximal“, unter der Regie des Tagesspiegel.