Nun, was „Waffenposing“ bedeuten könnte, kriegen wir vielleicht auch ohne Gratis-Lateinkurs noch raus. Und der Arroganz-Verdacht will sich ebenfalls nicht spontan einstellen. Aber recht hat er schon, der Leser Steinmüller: „Waffenposing“ ist ein verniedlichender Ausdruck und gehört auseinander genommen. Nicht aber übernommen! Dass der Wehrbeauftragte dieses Wort verwendet hat, macht es nicht akzeptabler, im Gegenteil.
Bei der taz ist zunehmend ein nachlässiger Umgang mit der Sprache zu beobachten. Bedenken- oder gedankenlos werden Ausdrücke übernommen, die dem Sprachschatz der Deutungsmächtigen in ihrer jeweiligen Nische entstammen. Das fängt mit „Still“ (Standfoto aus einem Film) an und führt irgendwie zwangsläufig zu „Waffenposing“. Da mag die taz die Schöpfung des Jahresworts 2010: „Wutbürger“ noch so sehr für eines der ihren reklamieren – eine unkommentierte Verwendung von „Waffenposing“ macht derlei Verdienst wieder zunichte.