Betr.: „Der Papst verpisst sich“ in taz/ Wochenendausgabe 1./2.September S.12

Natürlich geht es nicht um den Papst, sondern um die Streitfrage unter Konkurrenten: Wer bash-t den Papst am besten? Das uralte Spiegelmotiv aus „Schneewittchen“ also. Und da weggetrickst, dass es nur so seine Art hat. Ganz nach dem Grundsatz: Warum selber verunglimpfen, wenn man das Verunglimpfen anderen überlassen kann, so das das Ganze wie ein Zitat aussieht, dessen Quelle man selber ist?

Doch etwas anderes machte mich beim Lesen nachdenklich: Dass der Papst hart unter der Gürtellinie angegangen wird, was soll`s! Keine Sympathie mit dem Papst. Doch der Papst ist nicht nur Individuum, er ist Repräsentant einer großen Glaubensgemeinschaft, der Katholiken. Na und, schreit es in mir auf, was haben die nicht alles für Dreck am Stecken? Von Betrug über den Bruch des Zölibats bis hin zum Mord, kaum ein Verbrechen ist der katholischen Amtskirche fremd.

Und doch, die Skrupel bleiben. Macht man sich über den Papst her und damit auch über die (katholische) Christenheit, so sind auch alle anderen Religionen zum Abschuss freigegeben. Ganz gleich ob Papst-Satiren oder Mohammed-Karikaturen – es trifft vor allem die, die es gar nicht treffen soll – die einfachen Gläubigen.

Cui bono? Im Zweifel liegt der Nutzen bei Urhebern und / oder Promotoren, also den Personen, die die dadurch ihr Ego hätscheln können. Mag ja sein, dass die Religionen Opium fürs Volk sind und abgeschafft gehören. Doch wo anfangen? Das ist so ähnlich auch bei der Finanz-Transaktionssteuer.