Frau Schavan, Ministerin für Bildung in Merkels Kabinett, ist in die Schusslinie geraten. Der Grund: Ihr wird vorgeworfen bei ihrer Dissertation abgekupfert zu haben. Das ist zwar ziemlich normal unter Politikern, legt man die jüngsten Plagiatskandale zugrunde, für eine Wissenschaftsministerin aber besonders misslich. Doch hat sie es bisher in bewundernswerter Weise verstanden, sich unter den Kugelhagel zu ducken. Nun aber scheint es ernst zu werden, will doch die zuständige Fakultät der Uni Düsseldorf jetzt das Hauptverfahren einleiten.
Nicht das Plagiat als solches, etwas anderes scheint mir an dem Fall bemerkenswert zu sein beziehungsweise zu werden. Frau Schavan, so verlautbart das Inforadio RBB, habe „keine Täuschungsabsicht bei der Erstellung ihrer mehr als dreißig Jahre alten Dissertation“ gehabt. Wen, bitteschön, hätte sie auch täuschen sollen mit einer mehr als dreißig Jahre alten Dissertation“? Werden neuerdings schon Repliken „Alter Meister“ als Doktorarbeiten eingereicht?