Mit Personennamen treibt man keine Scherze, sagt eine alte, ungeschriebene Journalistenregel. „Name ist Schall und Rauch“ behauptet dagegen Goethe in „als der Titelheld versucht, sich einer klaren Antwort auf die Frage: „Wie hast Du`s mit der Religion?“ zu entziehen: Der Name sei nicht wichtig, ohnehin vergänglich.

Was nun? Den Namen wie ein beliebiges Wort behandeln? Oder aber dessen Träger dadurch Respekt zollen, indem man seinen Namen ernst nimmt, gleich wie lächerlich dieser sein mag?

Die letztere Haltung hat sich heute weitgehend durchgesetzt, auch wenn aus jüngster Vergangenheit noch von Diffamierungen unliebsamer Künstler mittels einer Verballhornung ihres Namens berichtet wird: Dr. [Werner] Egk > Dreck oder [Paul] Hindemith > Hundemist. Im Großen und Ganzen aber sind Namen – selbst im politischen Bereich – tabu, ihr korrekter Gebrauch gilt als Gebot und zugleich Nachweis der politischen Korrektheit.

Das aber ist die Stunde des Unterbewussten, zahlreiche Versprecher gerade bei Eigennamen zeugen davon. Heute Morgen im Inforadio – es ging wieder einmal um den unsäglich lächerlichen Streit wg. Praxisgebühr und Betreuungsgeld – referiert der Nachrichtensprecher eine Stellungnahme von „Unionsfraktionschef Schauder äh, Kauder.“

Wenn das nicht einen Sturm an Telefonaten in der Radio-Redaktion hervorruft! Man kann nur ahnen, wie viele dieser Wadenbeisser ihren Job los werden und sich so – ungewollt – als Arbeitsplatzbeschaffer betätigen.