Heute bei den Gündoğan`s

Sila Sahin ist deutsche Türkin oder türkische Deutsche, die von den einschlägig informierten Medien zu den Zelebritäten des deutschen Unterhaltungs-Adels gezählt wird. Mir war sie bislang nicht bekannt, wohl aber ihr Liebster, ein Star in der Fußball-Bundesliga. In der deutschen Nationalelf stand er wohl auch schon.

Die beiden haben sich geliebt und dann wieder getrennt. Das kommt selbst in nicht-glamourösen, bürgerlichen Kreisen vor, in der Welt der Zelebritäten gehört es fast schon zum Standard. Kein Grund, daraus ein Medien-Drama zu stricken? Na, da kennt ihr die Medien nicht. Frisch getrennt werden die beiden erst recht zum Traumpaar. Vor allem die Sitzengelassene.

Doch das artgerechte Verhalten einer Sitzengelassenen, auf dessen Darstellung sich die Medien so trefflich verstehen, will Sila so gar nicht rüberbringen. Was das Volk von ihr erwartet, wird nur zwischen den Zeilen und dann auch noch in der Verneinung erkennbar.

Etwa das obligate tränenreiche Selbstmitleid: „Roter Mantel, dazu passender Lippenstift, eine Tasse Kaffee in der Hand, auf dem Tisch vor sich ein Buch. So top gestylt saß Sila Sahin (29) am Dienstag in einem Berliner Café. Die Sonnenbrille lässt erahnen – sie versteckt ihren Trennungsschmerz.“

Und: „Einen Tag, nachdem ihre Trennung von Fußball-Star Ilkay Gündoğan (24) bekannt wurde, sehen wir Sila Sahin (29) beim Spaziergang über den Berliner Kurfürstendamm. Schaufensterbummel, ein Besuch im Café „Einstein“. Perfekt gestylt, keine Spur von Tränen. Die TV-Schönheit will sich ihren Schmerz nach dem Liebes-Aus offenbar nicht anmerken lassen“, informiert oder instruiert uns BILD.

Genau: „nicht anmerken lassen“! Denn jedem normalen Leser ist klar: Das ist gespielt, tatsächlich zerfließt sie vor Tränen, innerlich. So muss – wieder mal – die Fantasie Position beziehen, damit die Leser nicht allzu krass die Entmündigung ihres Meinungsbildungs-Flaggschiffs bemerken. Und das nun hat die Zeitung aus der kargen Pressemitteilung gemacht! Dabei müsste sie doch vor lauter Selbstmitleid zerfließen. Nicht mal die Andeutung einer Träne gönnt sie dem BILD-Journalisten. Eigentlich eine Frechheit, sich so vom Klischee abzusetzen!

Aber dann gibt es doch ich zwei O-Töne und die zeigen, dass die Frau weiss, was sie tut:

„Auf BILD-Anfrage wollte sich Sila Sahin nicht zu der Trennung äußern.“

Ihrerseits aber traten sie mit einem Pressestatement an die Öffentlichkeit:

„Ilkay Gündoğan und Sila Sahin haben sich nach zwei Jahren getrennt.“

Das war alles, was die Presse von den beiden Hauptdarstellern erfuhr. Hut ab vor dieser Art und Weise, in der sie den deutschen Meinungsbildner Nr.1 abblitzen lassen!

Das Biest lässt einfach niemanden an sich ran. Ihre Botschaft: lautet „Ich lass mich so schnell nicht unterkriegen, ich bin eine starke Frau!“

Doch wir Bild-Leser wissen es besser, lassen uns da kein X für ein U vormachen! Und der Ilkay? Na der heult ganz sicherlich nicht, Männer machen das einfach nicht. Der amüsiert sich schon längst wieder bei den wirklich wichtigen Dingen des Lebens, Fussball etwa. Die Welt ist für ihn wieder heil.

Und was bringt die Zukunft? Wir wissen es sowieso nicht und lassen uns daher von BILD ein Bild machen. Künftig wird sie (Sila) wieder regelmäßig auf dem Berliner Party-Parkett zu sehen sein. Bei Gündoğan ist sie bereits ausgezogen, nun wieder in der Hauptstadt zu Hause. Drei Freunde haben beim Umzug geholfen. Nun wohnt Sila in Charlottenburg, in der Nähe ihrer Mutter Hanife. Zu der hat die Schauspielerin ein enges Verhältnis. Gemeinsam treffen sich die beiden schauen abends gemeinsam die neue Sat.1-Serie „Mila“. [Haben Sie`s bemerkt?: Deutsch vom Feinsten: „Gemeinsam treffen sich die beiden“ – wär ja fad, wenn sie sich einfach nur träfen, und zudem noch allein …] In der TV-Serie geht es um die Suche einer Single-Frau nach der großen Liebe. Was sollen die beiden denn sonst tun als so sich einstimmend auf den nächsten Ritter zu warten?