Bemerkenswert an dem Foto in der taz vom 19. Januar ist einmal die Tatsache, dass die Zeitung das von ihr doch stark promotete Wort „Still“ oder „Filmstill“ nicht in der Bildunterschrift unterbringt, obwohl es sich fraglos um ein dieser gefürchteten Stills handelt.
Die beiden Frauen auf dem Bild (aus dem Film „Die Kriegerin“ von David Wnendt) scheinen allerdings in der Tat nicht still zu sein, sondern in ein die Grundfragen des Menschseins auslotendes Gespräch vertieft, Das lässt Böses ahnen, zumal es sich um einen auf Fakten beruhenden Bericht aus dem rechten Milieu handeln soll.
Zwei Frauen also, auf einem Sofa miteinander redend. Die eine (links) scheint eher eine harte Linie zu vertreten. Doch wer ist die Frau rechts? Sie wirkt eher wie die Unschuld vom Lande, doch ist sie das auch? Fragen werfen neue Fragen auf, so ist das, wenn man Filme, die ja Geschichten in bewegten Bildern erzählen sollen, auf ein einzelnes Bild einfriert. Und dann nicht einmal sagt, dass es sich um ein Still handelt.
Eine nostalgische Sehnsucht steigt auf nach der taz der frühen Jahre mit ihren zahllosen Druckfehlern. Sie machten die Lektüre nicht nur zum Abenteuer, sondern bescherten uns auch jede Menge Erkenntnisgewinn.