Der Super-GAU im AKW Fukushima lässt auch die Sprachschöpfer zu Hochform auflaufen. Hoffentlich sind das nicht erste Anzeichen einer strahlend sich vollziehenden mentalen Mutation. Einsame Spitze ist die Sprachregelung für „Kernschmelze“; wie sie in den „Simpsons“ vollzogen wird. Dort interpretiert ein AKW-Betreiber das Wort so: „Wir nennen das einen unangeforderten Spaltungsüberschuss.“ Nun will das Schweizer Fernsehen SRF keine Simpsons-Folgen mehr senden. Ob davon das Wasser wieder sauber wird? (Erinnert mich an die Regelung im Passagier-Flugverkehr, wo angeblich keine Filme mit Flugzeugabstürzen gezeigt werden dürfen.) Meine Nummer Zwei in der heutigen Ausgabe sind die „Vulgärapokalyptiker“ (von Spiegel-Online), die im Ranking der Themen Fukushima durch den aktuellen Trainerwechsel in der Fußball-Bundesliga ersetzt haben. Zugegeben, das ist schon ziemlich kopflastig und hat nicht die Unmittelbarkeit der Kernschmelze-Umschreibung. Hätte man auch selber drauf kommen können.

Und dann war da noch das „potenzierte Bedrohungspotenzial“. Doch das ist wohl eher ein Ausrutscher.