Eine Fahrt durch norddeutsches Flachland vermag dich in tiefste Depressionen zu stürzem. Denn schier unausweichlich sind die Windradparks, gar garstig anzusehen, trotz der euphemisierenden Kategorisierung als „Park“. Wer hat denn nur die wahnwitzige Idee gehabt, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, als er solche zerstörerische Industriearchitektur entwickelte und ihren Bau später dann genehmigen ließ? Das können doch nur abgrundtiefe Feinde des ökologischen Gedankens gewesen sein. Aber der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen heiligt halt die Mittel, und jetzt haben wir den Spargelsalat, dauerhaft und nachhaltig.
Dauerhaft und nachhaltig? Eines Tages werden auch diese Bauwerke marode sein, müssen saniert oder gar abgerissen werden. Denn Tand ist das Werk von Menschenhand. Davon profitieren wiederum die Bauunternehmen, deren konstruktive Logik sich beliebig zu dekonstruktiven Verfahren umkehren lässt.
Und was kommt dann? Die ganze Tiefebene mit Solarzellen auslegen? Sind ja schon feste dabei. Ist auch nicht besonders schön, auch wenn zumindest die Nähe zu kühlenden Seen fatamorganisiert wird. Was danach auch immer kommen mag, man kann sicher sein, dass es davon ausgeht, die Energieerzeugung müsse stationär sein, damit wir mobil bleiben können.
Warum nicht zur Abwechslung einmal umgekehrt: Die Windräder oder besser noch Segel werden auf die Autodächer montiert, wo sie den Wind einfangen (einschließlich des eigenen Fahrtwindes), der dann gebündelt in den Energieumwandler (Motor) geleitet wird. Durch geschicktes Manövrieren kann der Wagen rasch vorangetrieben werden (genaue empirische Daten fehlen leider noch). Zugegeben, beim Kreuzen kann es zu Komplikationen kommen, doch dann müssen wir halt die Ausbildung zum Erwerb des Führerscheins neu definieren. Schließlich: Auf dem Wasser geht es ja auch, irgendwie.
Und dann haben wir ja noch, – nach den einparkenden Frauen – , eine neue Opfergruppe, nachdem uns die Industrie mit ihren piepsenden Annäherungsmeldern den Spaß verdorben hat: Menschen nämlich, die das mit dem Autosegeln nicht so richtig in den Griff bekommen.