Bei künftigen Castor-Transporten solle der nächstgelegene Bundes- liga-Spieltag abgesagt werden. Das forderte die Polizeigewerkschaft von Nordrhein-Westfalen. Beides gehe nicht, sprenge die Kapazitäten der Polizei.
Was aber wird aus den bereits zum Zeitpunkt der Absage erworbenen Eintrittskarten? Fußballfans planen heutzutage mit langem Blick. Wenn schon die Spiele abgesagt werden, muss man wenigstens die Fans versorgen. Die könnten sonst noch auf dumme Gedanken kommen. Wir fordern deshalb: Einbindung dieser Personengruppe in das Geschehen rund um den Transport: Freie Fahrt mit der Deutschen Bahn zu einem frei zu wählenden Ort des Widerstands! Man stelle sich vor: Der gesamte Ruhrpott rückt an. Um nicht ganz auf den sportlichen Charakter der Veranstaltung verzichten zu müssen, könnte doch eine Art Tabelle geführt werden: Die Seite, die es schafft, den Castor-Transport zu verzögern beziehungsweise zu beschleunigen (gegenüber einem vorab festgesetzten Logistikplan), erhält drei Punkte, bei Einhalten des Plans, also keine Verzögerung noch Beschleunigung, gibt’s nur je einen Punkt für beide Seiten.
Auf diese Weise könnte eine neue Trend-Sportart etabliert und zugleich der innere politische Frieden gesichert werden. Denn das bisschen Aggression, das beim Fußball so rüber kommt, gehört zur sportlichen Folklore. Und wenn sich dieses Format bewährt, wäre eine Ausweitung auf die europäische Ebene vorstellbar: Champions League der Atom- müll-Transporte!