Barack ist Präsident der Vereinigten Staaten, und das ist gut so. Und Michelle? Die taz meldet am 22. Januar auf Seite 3 unter dem Foto vom Inaugurationsball links oben: „…tanzen der neue Präsident Barack Obama und seine First Lady Michelle.“
Ich war immer davon ausgegangen, dass die Präsidentengattin die First Lady der Nation sei. (Nebenbei: Gut dass Hillary Clinton es nicht geschafft hat, das hätte ja einen ganzen Rattenschwanz nomenklatorischer Probleme nach sich gezogen, zumal ihr Mann ja auch noch Ex-Präsident ist.) Aber fällt es schwer der taz abzunehmen, sie hätte sich in der Bildunterschrift nur eben mal vertan?
Was also will sie uns sagen? Eine Anspielung auf Kuscheliges bei Präsidentens? Was die Boulevardpresse ganz direkt, ohne kritische Distanz auch so ausspricht (Bild zum Beispiel). Nur dass die taz das subtiler macht: Barack und „seine Michelle“. Doch eben nicht so, sondern „seine First Lady“. Soll also gar angedeutet werden, dass mit der Inbesitznahme des Oval Office das „first“ ganz andere Obertöne erhält? Denn „seine“ Lady zu zählen macht nur Sinn, wenn es mehr davon gibt.