Da bringt man sich Tag um Tag um den Schlaf, um die herzzerreissend miauenden Katze nachts um 4 Uhr in den Garten zu lassen, organisiert Vertretungspläne für den Katzenfütterer bei Abwesenheit der Stamm-Crew, zahlt teure Rechnungen an den Tierarzt – und dann geht das Biest fremd!

Neulich war ich mit ihr im Vorgarten zugange, da bleibt ein Paar mittleren Alters an der Gartentür steht, die Frau ruft verzückt: „Da ist ja unsere Zweitkatze!“ Ich wurde hellhörig: Zweitkatze? Meine Erstkatze?!

Ich folgte der Katze, die sich gern von der Schlampe jenseits des Gartenzauns streicheln ließ und musste erschüttert zur Kenntnis nehmen, dass unsere Katze, von den rechtmässigen Eignern auf Diät gesetzt, regelmäßig in einer fremden Wohnung ein und ausging, um sich jenen Speck anzufressen, der eben die Eigner zur Verzweiflung trieb.

Was denkt sich das Vieh eigentlich? Haben denn Katzen keine Moral?

Ein Freund und Katzenversteher, beantwortet die Frage klar und ungebeten deutlich mit „Nein“.

Er setzte noch hinzu: „Ich bin ein Kind vom Lande und kenne die Katzen. Sie sind alle falsch.“

Ich denke nun über die Anschaffung einer Schildkröte nach. Die schafft es nicht mal bis zum Nachbarn.