Ich wollte mir einen Fleckenentferner kaufen. Ein zu mir in Zwangspension gesteckter Kater hatte wohl aus Protest gegen eben diese Maßnahme meinen Wohnzimmerteppich zu seinem Klo erklärt. Mir ging`s seither wie Lady Macbeth: Der Fleck wollte nicht weg.

Also musste ein Fleckenentferner her. Gallseife, das natürliche Mittel, versagte, Waschpulver hinterließen unschöne Ränder. Da entdeckte ich heute bei Aldi ein Sonderangebot: einen Fleckentferner. Genauer: einen Mehrzweckfleckenentferner.

Es gibt sicherlich nicht nur im Deutschen Wörter, die ob ihrer semantischen Komplexität den arglosen Nutzer erschaudern lassen. Mehrzweckfleckenentferner ist eines davon, noch mehr in seiner gewissermaßen amtlichen Form, in der es auf die Packung aufgedruckt war: Sauerstoffmehrzweckfleckenentferner, zu € 1,99.

Lange grübelte ich vor mich hin: Was mögen Mehrzweckflecken sein? Haben Flecken überhaupt einen Zweck und wenn ja welchen? Ich schaute mich um, doch die an den Grabbeltischen Hausfrauen und Rentner sahen so humorfrei aus, dass ich die Absicht sofort wieder fallen ließ. An der Kasse, nahm ich mir vor.

Es war schon knapp vor Ladenschluss. Während ich noch die zu fragende Frage zwischen meinen Artikulationswerkzeugen hin und her schob, um ihr eine angenehme Form – nur nicht besserwisserisch! – zu geben, war ich auch schon an der Reihe, und da ich nicht sofort alles in meinem Rucksack verschwinden lassen konnte, flogen mir die Sachen nur so um die Ohren. Ich wurde nicht abgefertigt, sondern durch die Kasse gejagt, da blieb keine Zeit für Fragen, schon gar nicht für solche mit leicht verschmitztem Zwinkern in der Stimme.

Sollte das gar ein Mehrzweck sein? Dann wäre ich als Kunde bei Aldi so etwas wie ein Fleck. Oder bringe ich hier etwas mit dem Mehrwert durcheinander?