Wussten Sie eigentlich wozu ein Personenkraftwagen (Pkw) gut ist? Nun, er wärmt seinen Fahrer, so wie einst die weiten Mäntel die Fuhrleute in der französischen Region Limousin (um Limoges). Wir lernen daraus:

1. Es ist zugig in Limousin.

2. Einen Pkw kann man auch als Kleidungsstück sehen.

3. Vielleicht hat die Limousine auch etwas mit Limonade zu tun?

4. So aufklärerisch kann Sprachwissenschaft sein.

In der Frühzeit des Pkw-Baus gingen die Konstrukteure davon aus, dass das Auto ein Zweiklassen-Fahrzeug war: Die Herrschaften (Eigner) saßen im Innenraum, wohl geschützt vor Wind und Regen, während das Personal – der Chauffeur und gegebenenfalls noch eine weitere Dienstperson – mit dem Außenbereich vorlieb nehmen mussten. Verhältnisse, ähnlich denen zur Zeit der Pferdekutsche. Der Fahrerbereich hatte später zwar eine Frontscheibe, durch die höhere Geschwindigkeiten überhaupt erst möglich wurden, aber keine Seitenfenster. Erst etwa seit den 1920er Jahren übernahm der Eigner auch die Rolle des Wagenlenkers,, wozu ihm der standesgemässe Komfort zur Verfügung gestellt werden musste. Dieser “moderne“ Wagentyp hieß im Gegensatz zu dem Tourenwagen (mit ausgelagertem Personal) auch „Innenlenker“. Damit verbunden war die Vorstellung eines wirksamen Kälteschutzes.

Als Limousine wurde er wohl deshalb bezeichnet, weil die wärmende Einbettung auch des fahrenden Personals den Vorstellungen von einer vollständigen Ummantelung bei dem zu Grunde liegenden Kutschentyp bestand.

So weit geben die Hilfsmittel Auskunft. Schweigen tun sie dagegen bei der Frage, wie es dazu kam, dass dieser Fahrzeugtyp mit Kriminellen in Verbindung gebracht wurde. Selbst heute berichtet das Radio im Zusammenhang mit einer Schiesserei am Olivaer Platz: „Die Täter flüchteten mit einer Limousine.“