Es war ganz schön was los beim Jahreswechsel! München machte zwei zentrale Bahnhöfe dicht, die bayerische Polizei fahndete nach sieben Personen syrischer Herkunft, deren Namen ihr von ausländischen Geheimdiensten genannt worden waren, in Berlin schuf die Polizei mit ihrer filigranen Kontrolltechnik lange Staus beim Einlass der Feierwilligen, und selbst auf einigen provinziellen Nebenkriegsschauplätzen trachtete man dem IS auf die Schliche zu kommen. Dabei wusste die bayerischen Polizei noch nicht einmal, ob diese Personen überhaupt existieren. Die Berliner Kollegen wussten noch nicht einmal, was sie suchten und verboten prophylaktisch alle grösseren Gepäckstücke.

Fast gleichzeitig wurden allein in Berlin zwei Menschen von Nahverkehrszügen überrollt. Unbekannt ist die Zahl der durch Kälte ± Alk ums Leben gekommenen Obdachlosen, ein Berliner (nicht syrischer Herkunft) hatte Feuerwerk im Tonnenumfang in seinem Keller gehortet und sorgte damit für einen kontinuierlichen Verlauf der Knallerei.

Was ist wichtig, was nicht? Ich weiss es auch nicht. Ich weiss, dass ich nicht neben einem Selbstmordattentäter stehen möchte, wenn den der Ruf zu den Huris ereilt. Deshalb bin ich den Polizisten dankbar, wenn sie ihren Job tun.

Aber ehrlich: Manchmal habe ich doch das Gefühl, Versuchskaninchen für die Einstimmung der Polizei auf den Ernstfall zu sein. Immerhin vermute ich bei den Polizisten einen hohen Grad an Kompetenz. Was ich von den Innenministern nicht behaupten kann.

29. Januar 20